Zuteilung institutioneller Kredite als institutioneller Prozess

Zuteilung institutioneller Kredite als institutioneller Prozess!

Die Standardtheorie zur allgemeinen Frage der Kreditzuteilung ist sehr vereinfacht. Sie geht von einem homogenen Kreditmarkt aus, bei dem alle Zahlungsversprechen der Kreditnehmer völlig gleich sind. Es wird ferner davon ausgegangen, dass auf beiden Seiten des Marktes ein perfekter Wettbewerb herrscht, so dass ein einheitlicher Zinssatz durch das Zusammenwirken der marktweiten Kräfte von Gesamtnachfrage und Gesamtangebot bestimmt wird. Es wird daher angenommen, dass dieser vom Markt bestimmte Zinssatz als einziger Allokator für die Gesamtkreditvergabe zwischen konkurrierenden Kreditnehmern sowie Kreditgebern und zwischen konkurrierenden Verwendungen dient.

Im Einzelnen heißt es, dass jeder Kreditnehmer in der Lage ist, einen beliebigen Kredit aufzunehmen, den er zu einem marktüblichen Zinssatz leihen möchte, so dass es im System keine Kredite gibt. Die damit verbundenen Bedingungen für die Kreditaufnahme werden immer implizit beibehalten und nicht organisch in die Analyse eingearbeitet.

Die oben genannte Vision des Funktionierens der Kreditmärkte ist völlig unrealistisch. Weder die Kreditmärkte sind vollkommen homogen, noch herrscht auf diesen Märkten ein perfekter Wettbewerb. Auf der Angebotsseite dominieren große Finanzinstitute die Szene. Auf der Nachfrageseite sind die Zahlungsversprechen potenzieller einzelner Kreditnehmer nicht gleich. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht stark. Ein großer Teil der Entscheidungen der Finanzinstitute betrifft lediglich die Beurteilung der Bonität einzelner Kreditnehmer. All diese und damit zusammenhängende Überlegungen haben die Zuteilung institutioneller Kredite zu einem institutionellen Prozess gemacht, der sich von einem Marktprozess deutlich unterscheidet.

Der letzte Punkt, der oben angesprochen wurde, ist so wichtig, dass er etwas mehr Erklärung enthält. Der institutionelle Prozess unterscheidet sich vom Marktprozess dadurch, dass er nicht vollständig über den unpersönlichen Preismechanismus arbeitet. Nichtpreismechanismen sind oftmals sowohl für die Auswahl der in Frage kommenden Kreditnehmer als auch für die Festlegung des Kredits, der den berechtigten Kreditnehmern zu gewähren ist, von größerer Bedeutung.

Im Gegensatz dazu ist der Preis allein beim reinen Marktmechanismus der Schiedsrichter beider. Es unterscheidet die Berechtigten von den Nichtberechtigten. Diejenigen, die bereit und in der Lage sind, den marktbestimmten Preis zu zahlen, fallen in die Kategorie der berechtigten Käufer. Andere werden automatisch ausgelassen. Dieselbe Regel bestimmt auch, wie viel jeder berechtigte Käufer so viel erhält, wie er zum Marktpreis kaufen möchte. Technisch gesehen ist er vollkommen frei, um seine Nachfragekurve zu durchqueren, dh er wählt selbst die Menge, die er zu einem bestimmten Preis kaufen möchte.

Der institutionelle Prozess dagegen arbeitet mit nichtpreisrelevanten Faktoren, Praktiken und Regeln, wobei das Clearing von Märkten nicht notwendigerweise einer von ihnen ist. Es gibt einen Preis zu. Der Preis ist jedoch nicht der einzige Ausgleichs- oder Marktbereinigungsmechanismus.

Genauer gesagt, der Preis selbst wird nicht durch den Marktklärungsmechanismus von Nachfrage und Angebot bestimmt. Dies wird durch einen nicht marktbestimmten Prozess bestimmt, obwohl die Marktbedingungen für Nachfrage und Angebot die Preisfestsetzung direkt oder indirekt beeinflussen können. Als Folgesatz dient der Preis nicht als alleiniges Rationierungsmittel.

Die Praktiken, Regeln und Nichtpreisfaktoren teilen die Arbeit mit dem Preis als nur einem der Faktoren, die für die Rationierung verantwortlich sind. Daher ist das Verständnis dieser Praktiken und Nichtpreisfaktoren, wie sie funktionieren und die Kreditallokation beeinträchtigen, sehr wichtig für das Verständnis die Zuteilung institutioneller Kredite in der Wirtschaft. Die Diskussion in der Fortsetzung wird erklären, warum die Nichtpreisfaktoren dazu tendieren, den Preisfaktor bei der Kreditvergabe zu dominieren.

Die Faktoren, die den institutionellen Kreditvorwurf beeinflussen, lassen sich unter zwei Gesichtspunkten unterteilen :

(a) Finanziell und

(b) nicht finanziell.